Deine Bankroll ist der Geldbetrag, den du nur für Poker vorgesehen hast. Bankroll-Management bedeutet, dass du bewusst entscheidest, wie du dieses Guthaben einsetzt. Das ist eine wichtige Fähigkeit, aber viele Spieler vernachlässigen sie.
Mit einer eigenen Poker-Bankroll machst du es dir leichter. So weißt du genau, wie viel Pokerguthaben du hast und was du damit erreichen kannst. Dieses Selbstvertrauen wirkt sich auch auf dein Spiel an den Tischen aus. Solange du Geld verwendest, das du dir leisten kannst zu verlieren, bleibt Poker, was es sein sollte: ein Spiel - kein finanzielles Risiko.
Deine Bankroll sollte dazu passen, was Poker für dich bedeutet. Wenn du gelegentlich zum Spaß pokerst, reicht eine kleine und flexible Bankroll. Wenn du regelmäßig spielst oder das Ziel hast, professionell zu spielen, musst du deine Bankroll sorgfältiger verwalten. Eine Bankroll ist nicht nur Geld zum Spielen - sie ist die Absicherung, die dich im Spiel hält.
Selbst als guter Pokerspieler kannst du immer Hände verlieren. Mal angenommen, du gehst vor dem Flop mit Pocket-Assen gegen Pocket-Könige All-in: Hier gewinnst du in den meisten Fällen, aber manchmal verlierst du auch. Wenn du in so einem Moment deine ganze Bankroll riskierst, wirst du früher oder später finanzielle Schwierigkeiten bekommen. Um das zu vermeiden, solltest du in jedem Spiel nur einen kleinen Teil deiner Bankroll aufs Spiel setzen.
Schau dir die Tabelle "Welche Stakes sollte ich spielen?" im nächsten Abschnitt an. Dort siehst du genau, wie viele Buy-ins du je nach Spiel als Reserve haben solltest. Ernsthafte Spieler sollten darauf vorbereitet sein, ihren Stack mindestens 20-mal zu verlieren, ohne finanzielle Schwierigkeiten zu haben.
Wenn du eine schlechte Phase erlebst oder dich auf deinen aktuellen Stakes nicht mehr wohlfühlst, wechsle zu niedrigeren Stakes und bau dir deine Bankroll neu auf. Starke Spieler stapeln etwas tiefer, wenn es nötig ist. Das ist eine praktische Entscheidung und kein Rückschlag. Sobald du bereit bist, kannst du es wieder auf höheren Stakes versuchen. Wenn du auf einem höheren Einsatzniveau spielst, als deine Bankroll zulässt, steigen die Chancen, dass dir das Geld ausgeht. Der Schutz deiner Bankroll hat Vorrang.
Wie groß sollte meine Poker-Bankroll sein? Das hängt davon ab, was du im Spiel erreichen willst. Wenn du nur in deiner Freizeit und zum Spaß pokerst, brauchst du keine beachtliche Bankroll. Wenn du Poker ernster nehmen willst, benötigst du eine deutlich größere Bankroll, um mit den schlechten Phasen fertigzuwerden.
Die folgende Tabelle veranschaulicht, welche Spiele und Stakes je nach Bankroll angemessen sind. Die Tabelle gilt für Spieler, die Poker ernst nehmen, aber für die Poker nicht das einzige Einkommen ist.
| Bankroll | Multitisch-Turniere | Sit & Go | Cash | Spin & Go |
| $10 | - | - | - | $0,25 |
| $20 | - | $0,50 | - | $0,25 oder $0,50 |
| $50 | Turniere mit $0,55 Buy-in (z.B. Big $0,55, Hot $0,55, Bounty Builder $0,55) |
$1 | $0,01/$0,02 | $1 |
| $125 | Turniere mit $1,10 Buy-in (z.B. Big $1,10, Hot $1,10, Bounty Builder $1,10) |
$1,50 - $2,50 | $0,02/$0,05 | $2 |
| $250 | Turniere mit $2,20 Buy-in (z.B. Big $2,20, Hot $2,20, Bounty Builder $2,20) |
$3,50 - $4,50 | $0,05/$0,10 | $5 |
| $625 | Turniere mit $5,50 Buy-in (z.B. Mini Daily Marathon, Big $5,50, Hot $5,50, Bounty Builder $5,50) |
$7 - $15 | $0,10/$0,25 | $10 |
| $1.250 | Turniere mit $11 Buy-in (z.B. Sunday Storm, Hotter $11, $11 Big $11, Bounty Builder $11) |
$30 | $0,25/$0,50 | $25 |
| $2.500 | Turniere mit $22 Buy-in (z.B. Double Deuce, Mini Sunday Million, Big $22) |
$60 | $0,50/$1 | $50 |
Für Turniere gilt allgemein der Rat, mindestens 100 Buy-ins in der Bankroll zu haben, da die Schwankungen hier enorm sind. Wenn du Turniere mit höheren Buy-ins spielen willst, versuch stattdessen, deinen Platz in Satellites zu gewinnen. So musst du nicht das vollständige Buy-in zahlen.
Für Spin & Gos brauchst du üblicherweise mindestens 50 Buy-ins. Das Gleiche gilt für Sit & Gos. Sit & Gos mit größeren Teilnehmerfeldern wie 45 oder 90 Spielern ähneln eher Multitisch-Turnieren. Deshalb musst du deine Bankroll hier umso mehr schützen.
Bei Cashgames lautet eine übliche Empfehlung, mindestens 25 Buy-ins auf der hohen Kante zu haben (bei Stakes von $0,01/$0,02 wäre das Buy-in etwa $2) Mit einer Bankroll von nur $25 bist du selbst für die niedrigsten Echtgeld-Cashgames nicht wirklich gerüstet. Zur Sicherheit sind eher 40 Buy-ins als Reserve besser.
Jeder, den du fragst, gibt dir vermutlich einen etwas anderen Rat zum richtigen Bankroll-Management, denn letztendlich ist das eine persönliche Frage. Diese Leitlinien sollen dir helfen, finanzielle Schwierigkeiten zu vermeiden, aber passe sie am besten an deine individuellen Bedürfnisse an. Selbst einem Spieler mit $1.000 Bankroll, der nur $1 Spin & Gos spielt, könnte das Geld ausgehen, wenn er die falschen Entscheidungen trifft.
Und wenn du gerade erst mit Pokerspielen anfängst und eine Bankroll von $2.000 hast, bedeutet das trotzdem nicht, das du gleich mit $0,50/$1 6-max Cashgames loslegen solltest. Spiele erstmal an den Spielgeldtischen, um die Grundlagen zu lernen. Sobald du bereit bist, kannst du zu den niedrigsten Echtgeld-Stakes umsteigen.